Wildlebensraumberatung
Workshop Biodiversitätsrucksack Don Bosco Schule

Biodiversitätsrucksack Keßler Web2

Die Schulkinder hatten am diesjährigen Buß- und Bettag frei - so auch die Kinder und Jugendlichen des Caritas-Förderzentrum Don Bosco-Schule Passau. Das Personal jedoch traf sich zu Fortbildung, Unterweisung und Teamkonferenz.

In der Schule fanden in der Zeit von 8:00 Uhr bis 11:00 Uhr eine Reihe an Workshops statt. In diesem Rahmen wurde von Wildlebensraumberaterin Sonja Keßler, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Passau, unter anderem auch in kleinen Teams der "Aktionsrucksack Biodiversität" vorgestellt, der am AELF kostenlos ausgeliehen werden kann.

Praxisnahe Lernstationen

Großes Interesse weckten die vielen verschiedenen praxisnahen Lernstationen des Aktionsrucksacks, die dazu einladen, sich mit einer Schulklasse oder Kindern der Hortbetreuung auf spielerische Art und Weise z.B. mit Wildbienen, alten Rassen wie verschiedenen Schafrassen oder auch Wildtieren zu beschäftigen. Über einen einfachen Einstieg mit Trittstempeln verschiedener Wildtiere kam das Gespräch darauf, wo denn diese Tiere überhaupt leben, und wie sie durch unachtsam frei laufen gelassene Hunde leider oft aufgescheucht werden.

Geräusche im Internet

Dies führte zu der Frage: Welche Geräusche macht denn ein Hase, Fuchs oder ein Reh eigentlich? Über einen QR-Code konnten diese Stimmen im Internet auf dem Wildtierportal Bayern sogar angehört werden – was teilweise für Überraschung sorgte.

Schafe in der Kulturlandschaft

Über verschieden flauschige und gefärbte Schaffelle, die den jeweiligen Rassen zugeordnet werden mussten, kam ein reger Austausch untereinander in Gang: Wieso ist die Wolle nur noch so wenig wert, dass die Schur kaum lohnt? Was bedeutet es für die Artenvielfalt, wenn kaum noch Wanderschäfer mit ihren Herden durchziehen und somit der Transport von Samen und kleinen Tierchen als Mitreisende im Fell ausfällt?

Streuobstpakt Bayern

Die Station "Streuobst" thematisiert die enorme Bedeutung unserer Streuobstwiesen für die Artenvielfalt - auch der bayerische Streuobstpakt war für einzelne Teilnehmer von Interesse: aktuell wird ein neues Förderprogramm für die Abgabe von 1 Million Bäumen bis zum Jahr 2035 entwickelt, ab 2023 ist geplant, die Förderung im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm auszuweiten und den Fördersatz der Maßnahme B57-Streuobst von 8 Euro pro Baum auf 12 Euro pro Baum anzuheben.

Direktvermarktung und Artenvielfalt

In der Station "Haus und Hof" wurde es (mittels Puzzles ebenfalls wieder spielerisch greifbar) konkret: Direktvermarktung kann ein Beitrag sein, die Artenvielfalt zu erhalten: wenn die Verbraucher mitziehen und von lokalen Landwirten erbrachte Leistungen wertschätzend genießen.