AELF Passau und landwirtschaftliche Betriebe beteiligten sich am Girls' Day
Ausbildung in der Landwirtschaft – von männlich geprägt zu einer weiblicheren Zukunft?

Das AELF Passau hat zum bundesweiten Girls’ Day interessierten Mädchen die Chance gegeben, die Vielfalt der Ausbildungs- und Berufsperspektiven in der Land- und Forstwirtschaft kennenzulernen. Bildungsberaterin Katrin Jodlbauer organisierte dafür Schnuppertage auf beteiligten Betrieben. Die Teilnehmerinnen erhielten dabei unmittelbare Einblicke in den Berufsalltag – von Stallarbeit und Tierpflege bis zur Arbeit mit modernen Maschinen im Pflanzenbau.
Beim Schnuppertag konnten die Teilnehmerinnen praktische Tätigkeiten ausprobieren, Fragen an die Ausbilder stellen und persönliche Eindrücke sammeln, die bei der Berufswahl helfen.
Die 13-jährige Anna verbrachte den Tag auf dem Heumilchhof Streicherberg bei Tiefenbach, einem Hof mit Milchkühen, Kälbern und Geflügel. Betriebsleiter Josef Maier erklärte ihr den Hofalltag, die Maschinen und das Verfahren zur Heutrocknung. Anna durfte füttern und beim Ausmisten mithelfen. Sie berichtet: „Der Tag hat mir total gut gefallen. Besonders begeistert haben mich die süßen Kälber. Ich kann mir gut vorstellen, später etwas mit Tieren zu machen – vielleicht als Tierärztin. Manche Arbeiten, zum Beispiel der Umgang mit großen Kühen, sind körperlich anspruchsvoll, aber das schreckt mich nicht ab.“
Die Gymnasiastin Mira hatte sich für den Schnuppertag im landwirtschaftlichen Sektor entschieden, weil sie bereits Ferien auf Bauernhöfen verbracht hat und ihr die Arbeit dort Spaß macht. Kundenberater und Teamleiter Fabian Lachenschmidt der Agrolohn AgrardienstleistungsGmbH in Neukirchen vorm Wald betreute sie beim Einsatz. „Am besten hat mir das Traktorfahren gefallen. Ich glaube zwar, dass es Berufe gibt, die mir mehr liegen, ich bin aber auch der Meinung, dass die Tätigkeiten in der Landwirtschaft sowohl für Männer als auch für Frauen passen,“ resümiert Mira.
Auch wenn die Landwirtschaft historisch oft als männlich dominierte Branche wahrgenommen wurde, zeichnet sich ein Wandel ab. Immer mehr Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung in der grünen Branche, übernehmen Führungsaufgaben oder bringen neue Perspektiven in Betriebsführung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ein. Die Kombination aus Arbeiten in der Natur, technischem Know-how und kreativ-unternehmerischem Denken macht die Land- und Forstwirtschaft für junge Frauen zunehmend attraktiver. Im Rahmen des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft rückt dieses Engagement für Sichtbarkeit und Chancengleichheit in der Agrar- und Forstwirtschaft zusätzlich in den Fokus.

